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Wir & die Welt

Demokratie Kindern erklärt: Wie erkläre ich meinem Kind, was Abstimmen und Mitbestimmen bedeutet?

Was ist Demokratie? Mit diesem Wort fragen Kinder selten. Aber sie erleben die Frage ständig: Wer bestimmt, was wir am Wochenende machen? Zählt meine Hand so viel wie die von Mama? Und was ist, wenn ich verliere?

Die Lernkind-Staffel „Gemeinsam entscheiden” erklärt Demokratie im Kleinen, ganz ohne Parteipolitik. Lena, ihre Mamas Sanne und Jo, ihre Freundin Mia und Mias kleiner Bruder Max haben einen freien Samstag und vier Ideen: Schwimmbad, Zoo, Spielplatz, Wald. In zehn Folgen lernen sie Meinung, Grund, Vorschlag, Abstimmung, Mehrheit, Minderheit, Wahl und Kompromiss kennen, bis zum Familienrat am Abend vor dem Ausflug. Das Wort „Demokratie“ fällt dabei bewusst nicht; die Folgen zeigen, was dahintersteht. Ab 5 Jahren & für die ganze Familie.

Hier steht die Geschichte zum Nachlesen, mit den Sätzen aus den Videos, mit denen ihr es eurem Kind erklären könnt. Lehrkräfte finden mehr unter Lernkind für Schulen.

„Warum entscheiden immer die Großen?“ – Nori zeigt eurem Kind, wie gemeinsam entscheiden geht. Gratis reinschauen.

Meinung: das, was jemand findet

„Schwimmbad ist das Beste!“ – „Stimmt gar nicht, der Zoo!“ Lena und Mia verschränken die Arme. Wer hat recht? Die Folge unterscheidet zwei Sorten von Sätzen. „Im Schwimmbad ist Wasser“ stimmt für alle, das kann jeder nachschauen. „Das Schwimmbad ist das Beste“ stimmt für Lena, für Mia stimmt etwas anderes. So ein Satz ist eine Meinung. Sie ist nicht richtig oder falsch, und jeder darf seine eigene haben. Nur wenn jeder seine Meinung sagt, weiß man, was die anderen wollen.

Eine leere Sprechblase als Zeichen für die eigene Meinung

Vorschlag: aus einer Idee wird etwas Genaues

Am Kühlschrank hängen immer mehr Zettel. Über einen Haufen Ideen kann niemand entscheiden. Eine Idee ist wie ein Samen in der Erde: Man sieht noch nicht, was daraus wird. Der Vorschlag ist die Pflanze, die daraus gewachsen ist. Ein Vorschlag ist eine Idee, die so genau ist, dass alle Ja oder Nein dazu sagen können. Aus „Wasser“ wird: Am Samstag fahren wir ins Schwimmbad am Bahnhof, morgens hin, mittags essen wir dort.

Ein Daumen nach oben: Zu einem Vorschlag kann man Ja oder Nein sagen

Mehrheit: mehr als die Hälfte

„Der Wald hat gewonnen!“, ruft Mia. Mama Sanne zählt nach: zwei von fünf? Drei Hände bleiben unten, drei wollen also etwas anderes. Der Wald hat die meisten Hände, aber keine Mehrheit. Mehrheit heißt: mehr als die Hälfte, bei fünf Menschen also mindestens drei. Weil sich bei vier Vorschlägen die Hände verteilen, machen alle vorher eine Absprache: „Was die Mehrheit will, das gilt.“ Hat kein Vorschlag die Mehrheit, redet man weiter und stimmt später noch einmal ab. Für Erwachsene der Kern: Welche Mehrheit zählt, wird festgelegt, bevor abgestimmt wird. Die Staffel arbeitet mit „mehr als die Hälfte“ (absolute Mehrheit); bei vielen Wahlen reicht auch „die meisten Stimmen“ (relative Mehrheit).

Eine erhobene Hand: Gezählt wird, ob mehr Hände oben sind als unten

Wahl: einen Menschen für eine Aufgabe bestimmen

Wer leitet den Familienrat? Lena will, Mia auch. Bei einer Abstimmung geht es um eine Sache, bei einer Wahl bestimmen alle zusammen einen Menschen für eine Aufgabe. Wer gewählt wird, ist nicht besser als die anderen. Er hat nur diese eine Aufgabe, für dieses eine Mal. Gewählt wird geheim, mit gefalteten Zetteln im Schuhkarton: Keiner sieht, was du gewählt hast, damit sich keiner schlecht fühlt und jeder frei wählen kann. Lena gewinnt. Mia ist kurz enttäuscht, dann gibt sie Lena die Hand.

Eine Wahlurne mit Schlitz im Deckel für die gefalteten Zettel

Mitbestimmen: der Familienrat

Freitagabend am runden Tisch. Mama Sanne beginnt: „Zuerst sagen wir, was nicht geht.“ Max fragt: „Bestimmen jetzt doch die Großen?“ Die Antwort ist der wichtigste Gedanke der Staffel: Die Erwachsenen nennen einen Rahmen, wie den Zaun um eine Wiese. Drinnen kann man sich frei bewegen. Höchstens eine Stunde Fahrt, um sechs zurück, am Wasser ist immer ein Erwachsener dabei; der Zoo passt nicht hinein. Dann sagt jeder seinen Vorschlag mit einem Weil, und es wird geheim abgestimmt: Der Wald bekommt drei von fünf Stimmen, die Mehrheit. Lena fragt trotzdem: „Ist es für jeden in Ordnung?“ Am Waldrand gibt es einen Spielplatz. Morgens Wald und Bach, nachmittags gehört der Spielplatz Max. Mitbestimmen heißt nicht: Ich bestimme alles. Es heißt: Ich rede mit. Über Schutzfragen wird nicht abgestimmt.

Ein runder Tisch, an dem der Familienrat zusammenkommt

Das Ganze als kurze Folgen mit Nori – gemeinsam anschauen.

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Häufige Fragen

Ab welchem Alter können Kinder mitbestimmen?
Ein festes Alter gibt es nicht. Die Staffel ist ab 5 Jahren gemacht: Es reicht, eine Meinung sagen, die Hand heben und Hände zählen zu können. Je jünger das Kind, desto kleiner und konkreter die Frage, etwa das Spiel für den Nachmittag. Die UN-Kinderrechtskonvention hält in Artikel 12 fest: Kinder, die sich eine eigene Meinung bilden können, dürfen sie in allen Angelegenheiten, die sie betreffen, frei äußern, und ihre Meinung wird angemessen und entsprechend ihrem Alter und ihrer Reife berücksichtigt (UN-Kinderrechtskonvention bei UNICEF). Gehört werden heißt nicht, allein zu entscheiden.
Was ist der Unterschied zwischen Mehrheit und Recht haben?
Eine Abstimmung zeigt, was die meisten wollen, nicht, wer recht hat. Bei Meinungen gibt es kein Richtig oder Falsch: Bekommt der Wald die Mehrheit, ist das Schwimmbad nicht schlechter. Über Sätze, die man nachschauen kann, stimmt man nicht ab, und auch nicht darüber, wer mitdarf.
Familienrat: Wie geht das?
Vier Schritte: Die Erwachsenen sagen den Rahmen. Jeder sagt seinen Vorschlag mit einem Weil. Dann wird abgestimmt, jede Stimme zählt gleich viel. Zum Schluss fragt ihr: Ist es für jeden in Ordnung? Sicherheit, Zeit, Strecke und Geld legen die Erwachsenen fest; über Schutzfragen wird nicht abgestimmt.
Was hilft, wenn mein Kind bei einer Abstimmung verliert?
Enttäuscht sein darf man. Wichtig ist: Die Minderheit gehört weiter dazu, und ihre Meinung zählt. Fragt, was eurem Kind am wichtigsten war. Oft passt ein Stück davon in einen Kompromiss, so wie der Spielplatz am Nachmittag für Max.
Ist die Staffel politisch?
Sie ist überparteilich: keine Parteien, keine PolitikerInnen, keine Wahlkämpfe. Sie zeigt die Grundideen gemeinsamen Entscheidens dort, wo Kinder sie erleben: zu Hause, unter FreundInnen, in der Klasse. Mit diesen Bausteinen lässt sich später auch Demokratie im Großen erklären.

„Warum entscheiden immer die Großen?“ – Nori zeigt eurem Kind, wie gemeinsam entscheiden geht. Gratis reinschauen.