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Wir & die Welt

Kinderrechte kindgerecht erklärt: Welche Rechte hat mein Kind?

Von Tanja Aussenegg · · Stand:

„Haben Kinder eigentlich auch Rechte? Oder nur die Erwachsenen?“ Diese Frage stellt Max auf der Schaukel, und viele Kinder stellen sie irgendwann zu Hause. Oft kommt sie verkleidet: „Ich hab ein Recht auf Eis!“ oder „Das darfst du gar nicht lesen!“

Kurz gesagt: Kinderrechte sind Rechte, die jedes Kind hat, weil es ein Kind ist. Sie stehen in der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 (UNICEF). Ein Recht ist kein Wunschzettel, sondern etwas, das ein Kind zum guten Aufwachsen braucht.

Die Lernkind-Staffel „Kinder haben Rechte“ erklärt die Kinderrechte der UN-Kinderrechtskonvention, überparteilich und ohne Zeigefinger. Mia und ihre Freundin Lena wollen in drei Wochen ein Kinderrechte-Plakat für den Hort malen: ein Bild für jedes Recht und kein einziges Wort, so dass auch Mias kleiner Bruder Max es versteht. Zehn geplante Folgen führen vom Unterschied zwischen Recht und Wunsch über Schutz, Bildung, Freizeit, Mitsprache und Privatsphäre bis zur Frage, wer hilft, wenn ein Recht nicht eingehalten wird. Ab 5 Jahren & für die ganze Familie.

Die Staffel ist noch nicht in der App; sie kommt bald dazu. Mehr zur ganzen Welt: Gesellschaft kindgerecht erklärt. Lehrkräfte finden mehr unter Lernkind für Schulen.

„Haben Kinder auch Rechte?“ – Bald erklärt Nori es eurem Kind. Erste Folge von „Wir & die Welt“ gratis.

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Nori spricht mit einer am Computer erzeugten Stimme (KI-Stimme).

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Wer hat die Kinderrechte aufgeschrieben?

Im Hort liegt ein riesiges leeres Blatt, und Lena fragt: „Wer hat sich das mit den Kinderrechten eigentlich ausgedacht?“ Vor über dreißig Jahren haben sich Menschen aus der ganzen Welt zusammengesetzt, bei den Vereinten Nationen, einem großen Treffpunkt, bei dem fast alle Länder mitmachen. Dort haben sie aufgeschrieben, was jedes Kind braucht: eine lange Liste, die Kinderrechte. Das Recht zu spielen, zu lernen, beschützt zu werden und noch viele mehr. Dann haben fast alle Länder der Welt versprochen, sich daran zu halten, auch unser Land. Kind ist dabei jeder Mensch, der noch nicht achtzehn ist. Und im Versprechen steht sogar: Kinder sollen ihre Rechte kennen.

Für Erwachsene: Die UN-Kinderrechtskonvention wurde 1989 von der UN-Generalversammlung angenommen. Sie gilt in Deutschland und Österreich seit 1992, in der Schweiz seit 1997 (UN-Kinderrechtskonvention bei UNICEF; Ratifikationen: UN-Vertragssammlung, englisch).

Eine Weltkugel: Fast alle Länder der Welt haben die Kinderrechte versprochen

Recht auf Schutz: Niemand darf einem Kind wehtun

Mia malt das erste Bild fürs Plakat: einen großen Regenschirm, darunter ein kleines Kind, rundherum Regen. Kinder haben ein Recht auf Schutz. Schutz heißt: Jemand passt auf, dass dir nichts Schlimmes passiert, wie ein Regenschirm, der den Regen abhält. Die Erwachsenen, die für ein Kind sorgen, halten diesen Schirm. Sie setzen den Fahrradhelm auf, gehen zur Ärztin, wenn das Kind krank ist, halten es fest, wenn es Angst hat. Manchmal heißt Schutz auch Nein: Nein, du darfst nicht allein an den Herd. Das ist nicht gemein, das ist der Schirm. Und das Wichtigste: Niemand darf einem Kind wehtun. Kein anderes Kind und kein Erwachsener. Nicht mit Schlagen, nicht mit gemeinen Worten, auch nicht zur Strafe. Nirgends.

Für Erwachsene: Grundlage ist Artikel 19 der Konvention, der Schutz vor jeder Form von Gewalt. In Deutschland und Österreich steht das Recht auf gewaltfreie Erziehung zusätzlich im Gesetz (§ 1631 Abs. 2 BGB, § 137 Abs. 2 ABGB im RIS).

Ein Fahrradhelm: Erwachsene sorgen dafür, dass Kinder geschützt sind

Recht auf Freizeit: Spielen und Ausruhen

Mias Tag war voll: Schule, Hort, Hausaufgaben, Flötenstunde. Jetzt liegt sie auf dem Teppich und fragt sich: „Darf man auch einfach mal nichts tun?“ Ja. Kinder haben ein Recht auf Freizeit, also Zeit, in der sie nichts müssen. Spielen, malen, toben, träumen oder einfach an die Decke schauen. Das steht wirklich in den Kinderrechten: Recht auf Spielen, Recht auf Ausruhen. In der Pause sammelt der Kopf neue Kraft, wie ein Handy am Ladekabel.

Ein Fußball als Bild für das Recht auf Spielen

Recht auf Privatsphäre: Manches gehört nur dir

Auf dem Sofa liegt Mias Tagebuch, das kleine Schloss ist offen, Mia ist gerade im Bad. Max nimmt es in die Hand. Darf er reinschauen? Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre. Manches gehört nur dir: dein Tagebuch, deine Briefe, deine Gedanken und manchmal ein Moment allein, zum Beispiel im Bad. Wer reinschauen will, fragt vorher. Max legt das Tagebuch zurück und ruft: „Mia, darf ich mal reinschauen?“ – „Nein! Aber ich zeig dir das Bild auf der letzten Seite.“ Ganz wichtig dabei: Privatsphäre heißt nicht, dass man alles allein tragen muss. Ein Geheimnis, das Bauchweh macht, darf ein Kind immer einem Erwachsenen erzählen, dem es vertraut.

Ein Notizbuch als Bild für das eigene Tagebuch

Menschenrechte: Rechte haben immer alle

Drei Wochen sind vorbei. Das Plakat hängt im Hort, kein einziges Wort steht darauf. Max zeigt auf den Ball: „Das ist das Recht auf Spielen! Und auf Pause!“ Lena zeigt auf das große Ohr: das Recht, gehört zu werden. Mia sagt: „Die gelten für jedes Kind. Auch für die, die wir nie treffen.“ Dann geht die Staffel noch einen Schritt weiter. Jeder Mensch hat Rechte, einfach weil er ein Mensch ist: das Baby, Max, Mama Jo, Bens Oma. Diese Rechte heißen Menschenrechte, zum Beispiel: Niemand darf einem anderen wehtun, und jeder darf seine Meinung sagen. Die Kinderrechte sind die Menschenrechte für Kinder, mit ein paar Extras, weil Kinder noch wachsen und mehr Schutz brauchen. Und das Besondere: Rechte haben immer alle. Wer seine Rechte kennt, achtet auch die Rechte der anderen.

Vier Hände, die sich in der Mitte treffen: Rechte gelten für alle

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Häufige Fragen

Welche Rechte haben Kinder? Die wichtigsten Kinderrechte im Überblick
Die UN-Kinderrechtskonvention enthält viele einzelne Rechte. Die Staffel stellt die vor, die Kinder im Alltag erleben: gleiche Rechte für jedes Kind (Artikel 2), Schutz vor Gewalt (Artikel 19), Bildung (Artikel 28 und 29), Spielen und Ausruhen (Artikel 31), gehört werden (Artikel 12) und Privatsphäre (Artikel 16). Kind ist jeder Mensch unter 18 Jahren (Artikel 1). Den Wortlaut gibt es bei UNICEF.
Heißt Kinderrechte, dass mein Kind alles bestimmen darf?
Nein. Ein Recht ist kein Wunschzettel, sondern etwas, das ein Kind zum guten Aufwachsen braucht. Mitsprache heißt: Das Kind darf sagen, was es denkt, und wird ernst genommen. Entscheiden die Erwachsenen anders, erklären sie, warum. Auch ein Nein zum Schutz, etwa beim Herd, gehört zum Recht auf Schutz.
Welche Telefonnummer gibt es für Kinder, die Hilfe brauchen?
In Deutschland die Nummer gegen Kummer unter 116 111, kostenlos und anonym, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr. In Österreich Rat auf Draht unter 147, in der Schweiz Pro Juventute ebenfalls unter 147, beide rund um die Uhr. Es lohnt sich, die Nummer gemeinsam mit dem Kind aufzuschreiben, bevor es sie braucht.
Wie spreche ich mit meinem Kind über Schutz vor Gewalt, ohne ihm Angst zu machen?
Die Staffel zeigt Schutz als Regenschirm, den Erwachsene über ein Kind halten, und nennt die Regel klar: Niemand darf einem Kind wehtun, auch nicht zur Strafe, nirgends. Dazu gehören zwei Sätze, die Kinder oft hören sollten: Wer etwas erzählt, bekommt keinen Ärger. Und wenn der erste Erwachsene nicht zuhört, erzählt man es dem nächsten. Szenen von Gewalt zeigt die Staffel bewusst nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Kinderrechten und Menschenrechten?
Menschenrechte hat jeder Mensch, einfach weil er ein Mensch ist. Die Kinderrechte sind die Menschenrechte für Kinder, mit Ergänzungen, weil Kinder noch wachsen und mehr Schutz brauchen. Rechte haben immer alle: Wer seine Rechte kennt, achtet auch die Rechte der anderen.
Passen die Kinderrechte-Folgen zum Lehrplan der Volksschule?
In Österreich ja, als Ergänzung: Im Lehrplan der Volksschule (2023) sollen Kinder ab der 3. Schulstufe im Sachunterricht „über Kinderrechte recherchieren und diskutieren“, „Kinderrechte und Diversität“ ist dort ein Anwendungsbereich, und die Politische Bildung stützt sich ausdrücklich auf die Kinderrechtskonvention (RIS, Lehrplan der Volksschule, Anlage A, Stand Oktober 2026). Die Staffel passt dazu und ersetzt keinen Unterricht; Material für Lehrkräfte: Lernkind für Schulen.

„Haben Kinder auch Rechte?“ – Bald erklärt Nori es eurem Kind. Erste Folge von „Wir & die Welt“ gratis.